Finale am Samstag, 28.10.2017 - Moderation: Werner Hofmann


Einlass: 18:30 Uhr - Beginn: 19:30 Uhr

 

 

Gewinner der 1. Vorrunde

 

Michael Feindler


 

Michael Feindler, geboren in Münster, hatte ursprünglich vor, seine Kindheit und Jugend in einer sonnigen Weltstadt zu verbringen. Mit seiner Familie zog er jedoch schon früh nach Wuppertal, lernte dort lesen und schreiben, und brachte in den darauf folgenden Jahren regelmäßig Ideen zu Papier.
2004 gehörte Michael Feindler zu den Gründungsmitgliedern des Kabaretts „Notbremse“, mit dem er in den Folgejahren fünf Programme schrieb und aufführte. Wenige Jahre später entdeckte er die Poetry-Slam-Szene für sich und war von 2007 bis 2010 jährlich für die deutschsprachigen Meisterschaften des modernen Dichterwettstreits nominiert.
Inzwischen lebt Michael Feindler in Berlin und studiert Politikwissenschaften und Publizistik an der „Freien“ Universität. Da er dabei hin und wieder den Praxisbezug vermisste, kamen ihm die Studentenproteste und Hörsaalbesetzungen im November 2009 gerade recht. In diesem Rahmen konnte er auch seinen ersten Fernsehauftritt bei Phoenix verzeichnen.
Für seine beiden ersten Soloprogramme „Allein unter Menschen“ und „Dumm nickt gut“ erhielt er diverse Preise, unter anderem das „Fohlen von Niedersachsen“ (2010) und die „Oltner Sprungfeder“ (2013). Ende März 2009 erschien Michael Feindlers erster Gedichtband unter dem Titel „Rufe aus dem Publikum“, im April 2013 folgte das Buch zum Kabarettprogramm „Dumm nickt gut“. Seit 2010 gehört der Autor der Celler Schule an.
Von Herbst 2010 bis Sommer 2014 präsentierte er mit Philipp Schaller, Erik Lehmann und der Band Les Bummms Boys einmal im Quartal die stets aktuell gehaltene Late-Night-Show Spätzünder im Dresdner Kabarett-Theater Herkuleskeule. Daran schloss sich Anfang 2015 das Liederalbum „Aus dem Gästebuch der Gegenwart“ an – eine Gemeinschaftsproduktion von Michael Feindler und Les Bummms Boys.

 

 

 

Gewinner der 2. Vorrunde

 

Markus Kapp


 

 

"Männer sind nicht multitaskingfähig", sagt man. Doch Männer können Fußball gucken, zugleich ein Bier trinken und bei Facebook online sein, neue Apps runterladen und Zuhören simulieren. Wie lässt sich das erklären?
Die Zeiten, in denen man sich nur auf einen Menschen oder eine Sache konzentrieren brauchte, sind aufgrund unserer imposant rasanten, multimedialen Welt endgültig vorbei. Denn da wir alle am selben Strang ziehen, darf man getrost den Faden verlieren.
Aber ausgerechnet der rote Faden ist es, den sich Markus Kapp vorknüpft zu finden und mithilfe von Tasten und Tönen zu entknoten. Doch selbst, wenn an diesem Abend nichts gefunden wird, Hauptsache es wird danach gesucht. Denn das Suchen ist wichtiger geworden als das Finden. Man muss eben nur die richtigen Fragen stellen, um sicher gehen zu können, gar keine oder eine Million Antworten zu bekommen: Warum gehen Frauen immer zu zweit aufs Klo? Wieso kostet in Uganda eine Kalaschnikow genau so viel wie ein Huhn? Ist "Badisch" wirklich ein Dialekt? Warum gibt es in Deutschland mehr Handys als Ohren? Was macht Pippi Langstrumpf heute? Warum sind die "hohen Tiere" nicht im Zoo zu finden? Und: An welcher Garderobe kann man sein Resthirn abgeben?
Es gibt so viele Fragen, aber noch viel mehr nutzlose Informationen, mit denen wir täglich bombardiert werden, doch zum Glück helfen uns die Medien, dass wir uns über die "richtigen" Dinge aufregen!
Konzentrieren wir uns deshalb auf's "Abschweifen", denn wer nicht hören will, muss auch B sagen. Und eines ist sicher: Wer mit der Zeit geht, darf nicht mit Steinen werfen!

Fazit: Wenn man einmal einen Satz begonnen hat, dann muss man ihn auch
Falls nicht, gibt es dafür sicher auch eine App.

 

 

 

Gewinner der 3. Vorrunde

 

Johannes Kirchberg

 


 

In seinem neuem Programm ist Johannes Kirchberg ganz der Alte. Aber schwer in Mode.
Äußerlich mit gut sichtbaren „Gebraucht-aber-geliebt-Spuren“, doch innerlich topp und auf dem neusten Stand. Wie eine nagelneue Jeans, die erst durch ihren angesagt abgerissenen Vintage-Style ein Schweinegeld wert ist. Oder das Digitalradio, das im hölzernen Retro-Design daher kommt: Goebbels Schnauze jetzt mit USB.
Oder aber das klavierlackpolierte Nostalgie-Telefon, unter dessen Wählscheibe das Display versteckt liegt, und das natürlich voll netzwerkfähig ist. Oder wie das neueste Küchenmöbel im Shabby-Chic.
So ist auch der neue Kirchberg. Außen betonen graumelierte Haare seinen Antik-Stil, der neue Anzug ist Retro-Retro, und die Lachfalten markieren den modernen Used-Look - so wie seine blauen Flecken unterm weißen Hemd:
Gebraucht, weil geliebt. Spuren, die sich sehen lassen können. Innen aber läuft Johannes auf der neuesten Version: Kirchberg 2.0.1.5 - seine neuen Lieder zielen fröhlich in die Mitte des Lebens und treffen dort alte Bekannte. Recycelte Songs sind voll ausgereift - und die Texte stürzen sich weiter lustvoll von einer Lebenskrise in die nächste.
Kirchbergs neue Melodien sind spätestens beim zweiten Hören so, als kennt man sie schon lange: Echte Hits eben. Zum Mitlachen. Mitsingen. Mitmachen. Getreu dem Motto: Traurig sein können wir auch noch morgen. Dabei beweist er wie immer Charme, augenzwinkernde Weisheit und den typisch-hintergründigen Witz.

 

 

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