3. Vorrunde am Mittwoch, 19.09.2018

Moderation: Mäc Härder

 

Einlass: 18:30 Uhr - Beginn: 19:30 Uhr

 

Jakob Heymann

Marcel Kösling

 

Jakob Heymann staunt über das Leben. Und wenn man diesem Staunen auf Albumlänge zuhört, staunt man in unfreiwilliger Selbsterkenntnis zurück, frei nach dem Motto seines Liedes „Peter und Paul“: „Was Peter über Paul sagt, sagt mehr über Peter als über Paul“. Auf seinem Debüt-Album „Emilia“ lästert der junge Liedermacher von der Seele weg über alles was die schöne neue Welt so an Unsäglichkeiten zu bieten hat. Sein zentrales Thema: Das Mensch-Sein - in all seiner Dummheit, in all seiner Schönheit, in all seiner Widersprüchlichkeit. Der Humor seiner Texte ist bissig und schonungslos, die Melancholie seiner Stimme ist gelebt und sein versiertes Gitarrenspiel pickt, strummt und schrabbelt sich elegant durch die variantenreichen Gefühlswelten seiner Songs.

Jakobs Lieder führen uns aufs Glatteis der Ironie, wenn er etwa eine reinhardmeysche Hymne auf die Natur (inklusive anachronistisch gepfiffener Melodie!) nach und nach im Müll versinken lässt. Oder wenn er in „Lied 5“ einer scheinbaren Ballade über das Alleine-Sein plötzlich eine unerwartet brutale Wendung gibt (aber die bitterböse Pointe hören Sie doch lieber selbst!). Man darf einem Heymann Song also erst einmal nicht trauen, aber: Ihm gelingt das Kunststück bei allem beißenden Sarkasmus nie wirklich ins Hoffnungslos-Zynische zu kippen. Ob Freiheit als Wagnis oder Liebe als Hindernis, Jakob erlaubt sich die altmodische Größe den eigentlichen Fragen der Existenz hinterher zu spüren. Seine Songs übers Lieben und Leben treffen abseits aller Lacher, die er auf seiner Seite hat, auch immer wieder in Magengegenden, wo es wehtun kann. Ja, er erlaubt es sich sogar eine wahrhaft humanistische Message im Gepäck zu haben: „Du, als Mensch aus Fleisch und Blut, / bist von Natur aus gut genug“. Und das Ganze ohne den Hörer mit verkrampft geklampften Pseudo-Philosophie-Traktaten zu langweilen, im Gegenteil: „Emilia“ ist ein vor Witz und Überraschung nur so sprühendes Album, das gleichermassen komplex wie schnörkellos geniessbar ist. Und das mit dem Staunen, das kann man von keinem Besseren lernen.

 

 

Bernhard Reider

Cloozy

 

Bernhard Reider besingt mit seinen kabarettistischen Liedern die alltäglichen Dinge des Lebens und will seinem Publikum nicht vorenthalten, was er sich etwa beim „Urologen“, beim „Zahnarzt“ oder bei „vegetarischen Freunden“ mitgemacht hat.

Der Liedermacher überrascht sein Publikum mit „klingenden Karikaturen”, wie er seine Lieder nennt, und streut zwischen den Songs witzige Bonmots ein.

Der Barde erfindet nichts!

Alles, was Börni von sich gibt, ist authentisch und echt, selbst die Story, wie er an einem heißen Sommertag am Attersee, eine fette „Braunschweiger Wurst“ verschlang und eine Stunde später, einen entkräfteten, deutschen Urlauber am Surfbrett, von der Mitte des Sees, mit dem Elektroboot ans Ufer schleppte und dieser ihm, während der Fahrt ans Ufer erzählte, dass er aus „Braunschweig“ sei.

Nach solchen Geschichten folgt wieder ein Lied.
Das Publikum wird nicht müde, weil es bei Börni keinen Leerlauf gibt!

Am Ende jeder Show, mahnt der Liedermacher, gleich einem Priester, die Leute im Saal zu heiterer Andacht und beschert ihnen „sakrale“ Heiterkeit, dann verneigt er sich und genießt den tosenden Applaus.

 

 

Sven Garecht

Torsten Schlosser

 

Sven Garrecht hat begriffen, dass - wenn die Welt wirklich jeden Tag schlechter wird - gestern zwar alles noch nicht ganz so schlimm war, wie es im Moment ist, aber dann immerhin heute noch alles besser ist, als es morgen sein wird.

Zum Raufen gehen ihm sowieso langsam die Haare aus und für Masochismus ist er einfach viel zu bequem. Was ihm allerdings scheinbar nie ausgeht, sind die Sprüche. Frisch, frech, charmant und keiner davon ist auch nur halb so alt, wie die Kappe, die er trägt.

Mit der Kleinkunst im Herzen schafft er eine Symbiose aus grooviger Popmusik und sinnigem Chanson. Während man einen flotten Salsa tanzen kann, erfährt man gleichzeitig, wer eigentlich Schuld daran ist, dass immer, wenn man gerade das Bad putzen will, etwas Wichtiges dazwischen kommt.

Und wer schon immer mal wissen wollte, wer Beethoven damals die Frau ausgespannt hat und warum einen das interessieren sollte, der darf sich freuen auf Sven Garrech.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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